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Weimar-Gesellschaft Trier e.V.
Blick hinter die Abteimauern
30 Mitglieder und Gäste der Weimar-Gesellschaft Trier haben mit Unterstützung des Ehrenmitglieds Helmut Schröer am 11. März einen Blick hinter die Abteimauern der Benediktinerabtei St. Matthias werfen und den romanischen Kreuzgang bewundern können.
Dank Bruder Thomas, der fachkundige Erläuterungen und Einblicke in die Historie der Abtei und des klösterlichen Lebens der Benediktiner gab, erfuhren wir, dass die Abtei bereits seit dem 5. Jahrhundert existiert.
Der romanische Kreuzgang wurde im Laufe der Jahrhunderte häufig umgebaut und den jeweiligen Bedürfnissen der Klosterbewohner angepasst. Dabei kam es immer wieder zu Beschädigungen oder Zerstörungen der originalen Bausubstanz. Den gravierendsten Einschnitt in die Baugeschichte brachte die Säkularisation während des napoleonischen Zeitalters. 1802 wurde das Klostergebäude sowie anliegende Wohn- und Wirtschaftsgebäude an den Kaufmann Christoph Philipp Nell verkauft, der den Kreuzgang für landwirtschaftliche Zwecke nutzte. Einerseits blieb der Gebäudekomplex durch diese Nutzung erhalten, im Gegensatz zu anderen religiösen Bauwerken, die abgerissen wurden. Andererseits kam es jedoch zu zahlreichen Zerstörungen an der bis dahin noch erhaltenen mittelalterlichen Bausubstanz. So wurde der Nordflügel abgerissen und durch eine Mauer ersetzt, um die Trennung von Gutshof und Basilika deutlich zu machen.
Es dauerte bis zum 22. Oktober 1922, bis die Benediktiner wieder in St. Matthias einziehen konnten. Das Haupt des Hl. Matthias, das bis dahin im Dom aufbewahrt worden war, kehrte 1927 von dort wieder in einer feierlichen Prozession nach St. Matthias zurück.
In der ersten Hälfte der 1950er Jahre fand die erste umfangreiche Sanierung des Kreuzgangs statt. Der Trierer Bildhauer Willi Hahn schuf, von romanischen Vorbildern inspiriert, mehrere hervorragende nach alt- und neutestamentlichen Szenen gestaltete Kapitelle für den Süd- und Westflügel des Kreuzgangs. Am 13. Juli 2007 gründete der Trierer Konvent eine Stiftung, mit dem Ziel, den Fortbestand der Abtei, insbesondere aber auch die Sanierung des Kreuzgangs sicherzustellen. Den Kuratoriumsvorsitz hat Helmut Schröer inne.
Am 02. Oktober 2021 schließlich wurde der Kreuzgang von St. Matthias offiziell eingeweiht. Bis auf den Nordflügel erstrahlen drei restaurierte Flügel in neuem Glanz. In dem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass der in 11 Jahren für 3,4 Millionen Euro bemerkenswert teilsanierte frühgotische Kreuzgang mit seinen kunstvoll wieder hergestellten Säulen und Kapitellen großes Erstaunen hervorrief.
Der beeindruckende Nachmittag fand bei Kaffee und leckerem, selbstgebackenem Kuchen in Marias Kaffeestübchen seinen Ausklang.
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